Es stimmt schon, dass man nicht unbedingt weiß, was der Limes ist (wobei ich sagen würde, dass man es wissen sollte, es gehört meiner Meinung nach zur Allgemeinbildung. Aber gut, das ist Ansichtssache). Allerdings war das wie gesagt eine Antwort aus einer Klassenarbeit und das Thema wurde vorher durchgenommen. Gut, es kann sein, dass es dann jemand nicht weiß, aber wie man bei einem griechischen Essen landet, wenn a) nur die Römer durchgenommen wurden und b) Essen im Unterricht niemals erwähnt wurde, ist etwas seltsam.
Es ist eine schwierige Frage, was Allgemeinbildung ist. Die Hälfte von 333 berechnen? Sollte man eigentlich können. Wissen, dass es zwischen dem Dritten Reich und der DDR einen Unterschied gibt sollte man eigentlich auch. Allerdings zeigt sich da meiner Ansicht nach ein Problem des selektiven Geschichtsunterrichts in Deutschland. Wenn ich mir so ein paar Dinge ansehe, die wir da zum Teil zu hören bekommen haben:
1. Jahreszahlen braucht man nicht zu wissen (das kann zu Verwirrungen führen, wenn man nichtmal ein paar grundlegende Daten kennt)
2. Das Mittelalter war so kurz, dass man es in drei Tagen durchnehmen kann (mehr Zewit ist dafür halt im Lehrplan nicht vorgesehen)
3. zwischen französischer Revolution und Anfang des 2ten Weltkriegs und von da bis zur Wiedervereinigung war nichts (die Zeit hat eben gefehlt um das durchzunehmen)
4. Überhaupt gibt es genau drei Themen, die wichtig sind (s. o.) alles andere ist bedeutungslos und kann ignoriert werden.
Das sind meine Erfahrungen aus dem Geschichtsunterricht, den ich erlebt habe (nebenbei: Ich studiere inzwischen Geschichte und Kunstgeschichte

) Wenn schon auf Gymnasien ein solcher Unterricht ist, wie ist es dann erst auf Real- und Hauptschulen.
Ich kann gut verstehen, wenn jemand aus der Schule keine Allgemeinbildung sammeln kann. Aber woher sollte er sie sonst nehmen. Es mag ja sein, dass man sich für etwas interessiert und damit beschäftigt, dann handelt es sich aber weiterhin um ein sehr selektives Wissen.
Das die zitierten Fragen in diesem Text auch zum Teil relativ falsch sind hilft auch nicht gerade dabei sinnvolle Antworten zu erzeugen:
Prüfer: Wissen Sie, ob Deutschland eine Demokratie oder eine Monarchie oder eine Diktatur hat?
Kling so, also würden sich diese Dinge wiedersprechen, allerdings ist England sowohl Monarchie als auch Demokratie
Es lässt sich nicht sagen, was jemand wissen muss und was nicht. Bei einer Prüfung kann es passieren, dass man mit einer Frage "kalt erwischt" wird, weil es einfach ein Thema ist mit dem man sich nicht auskennt. Ich hätte auch etwas länger überlegen müssen, wofür eigentlich ARD steht. Eine solche Frage hat meiner Ansicht nach auch nichts in einer IHK-Prüfung zu suchen.