DavidMcNamara hat geschrieben: ↑14.10.2020, 13:32
Hehe, das war bei uns auch so

Da wurde dann auf dem Schulhof "Maniac Mansion" gegen "Monkey Island 2" eingetauscht - alles noch stilecht mit 3,5 Zoll-Disketten...
Legal war das zwar grenzwertig, aber sobald es eine Gelegenheit gab (Erspartes, Wünsche, Selbstverdientes etc.), haben wir es ehrenhalber auch in Boxen investiert, die bei uns im Dorf völlig überteuert waren.
Auf eine Bevölkerung von damals vielleicht 11.000 Menschen hatten wir zwei Läden, die Games verkauften. Der eine war ein Vorläufer des modernen Copyshops und verkaufte nur nebenbei Software.
Der andere war auf Spiele und PC-Reparaturen spezialisiert. Unter 100 DM gab es dort kaum ein Spiel zu erwerben. Unter der Hand wurde vom Händler ab ca. 1994 allerdings auch für 20 Mark "gebrannt". Habe ich nie in Anspruch genommen, weil es mir dann doch sehr faul vorkam.
Mit der Zeit habe ich dann überwiegend auf Mailorder umgestellt, Inserate in PC Games und PC Joker genutzt, mit teilweise krassen Preisunterschieden zu den "Offlinern" in meinem Ort.
Aus heutiger Sicht waren das dennoch paradiesische Zustände. Ich lebe nun in einer Großstadt (Platz 19 unter Deutschlands bevölkerungsreichsten Städten) und wir haben exakt zwei Läden, in denen man Spiele kaufen kann: Media Markt und GameStop. Für Second Hand und Fachgeschäfte müsste ich mindestens nach Köln.
@DavidMcNamara:
Haben bei euch damals auch Adventures anderer Hersteller als Lucasfilm/LucasArts eine Rolle gespielt? Und andere Genres?
Bei uns kam Sierra beispielsweise gar nicht vor und war, so mich meine Erinnerung nicht trügt. auch in der hiesigen Spielepresse im Zeitraum 1991-1993 kein allzu großes Thema. Adventureseitig hatten wir, abgesehen von den Schöpfern von Guybrush, Indy und Bernard, eigentlich nur "Simon the Sorcerer", "Erben der Erde" und "Beneath a Steel Sky" auf dem Schirm, "Kyrandia" und "Larry" kannten wir nur dem Namen nach. Dazu kamen diverse Werbespiele, vor allen Dingen "Dunkle Schatten", "Das Erbe" und "Bifi". "Myst" war den technikaffinen Naturwissenschafts-Geeks unserer Klasse vorbehalten, die auch die ersten mit CD-Laufwerken waren.
Andere Genres spielten eine untergeordnete Rolle, auch aus finanziellen Gründen. Man musste sich wirklich hart entscheiden, welche zwei bis drei Spiele man sich im Jahr leisten konnte. "Sid Meier’s Civilization", "Command and Conquer", "Lemmings", "Wing Commander" (ab Teil zwei) und Hubschraubersimulationen ("Comanche", "Apache Longbow") waren aber präsent.