DasJan hat geschrieben:Wer bestimmt denn, wie man Christentum "richtig versteht"? Der Papst? Gibt es irgendwo die offizielle "so lese ich die Bibel richtig"-Fibel?
Mit "richtig verstandenen" meinte ich die vorher schon von mir erwähnte kritische, analytische Sichtweise, keine fundamentalistische, die davon aus geht, dass jedes Wort wörtlich gesehen wird. In dieser Hinsicht verstricken sich die Fundamentalisten meistens in einer Vielzahl von Widersprüchen (Bibel als historisches Werk -> Kreationismus). Niemand bestimmt was richtig ist. Man muss eben selber nachdenken und gerade das ist der Punkt, der diese extremen Schienen für viele so Anziehend macht, nämlich dass ihnen das Denken dort abgenommen und durch ein festes, schwarz-weiß-gekacheltes Regelwerk ersetzt wird.
DasJan hat geschrieben:Wann hat denn das letzte Mal ein Atheist einem Theisten Schaden zugefügt, weil dieser gläubig ist?
Schaden meinte ich nicht nur im Sinne von körperlichen Schaden, sondern die ganze Angelegenheit in Lager zu spalten, zwischen denen es dann keine vernünftigen Dialoge mehr gibt, sondern nur noch das Schüren von Hass und Vorurteilen. Das gibt es nun mal auf beiden Seiten.
Zur Frage: Ich glaube nicht, dass die meisten Atheist jemanden Schaden zufügen würden, weil dieser gläubig ist. Aber auch ein Christ würde niemanden töten, weil er nicht an Gott glaubt, sofern er nicht aus den (von mir ja auch kritisierten und genannten) fundamentalistischen Kreisen kommt und entsprechend handelt. Es gibt auch friedliche Menschen, die einer Religion angehören. Religion sind nicht automatisch ein paar einer allwissenden Weisheit folgenden Gruppe von Leuten, die jederzeit bereit sind für ihren Glauben zu morden.
Genauso wenig sind Atheisten eine Gruppe von Leuten, die keine Moral kennen und z.B. einfach Euthanasie betreiben, um ihrer Rasse zum überleben zu verhelfen.
Ansichten, wie diese, finde ich schadend... und mehr als erschreckend.