Nach einer längeren Phase Schreibfaulheit, konnte ich mich wieder zu einem Kurzreview aufraffen. Diesmal allerdings kein Adventure, sondern das Action-Adventure "Batman: Arkham Asylum":
Die Präsentation hat mir ausgesprochen gut gefallen. Der etwas künstliche Look der UT3-Engine kommt der Comicwelt von Batman sogar entgegen, die Stimmung wurde perfekt eingefangen. Der Wechsel zwischen echtzeitberechneter Grafik und vorgerenderten Videos erfolgte nahezu unmerklich, es wirkt alles wie aus einem Guss. Die unterschiedlichen Gebäude sind recht abwechslungsreich gestaltet, die Gesichter und Körper der Figuren alle sehr gut animiert (allen voran die Mimik des Joker). Die PhysX-Effekte der PC-Version wirken nicht aufgesetzt, sondern runden das ganze etwas ab... aber auch ohne diese Effekte sieht das Spiel klasse aus, viele Sequenzen sind eh gescriptet.
Bei der musikalischen Untermalung hat man sich an den Soundtracks der letzten beiden Batmanfilme orientiert... auch nach stundenlangem Spielen wurde die Musik nie nervig. Sowohl die deutsche als auch die englische Sprachausgabe sind sehr gelungen, die Sprecher passen zu ihren Rollen und betonen ihre Sätze auch richtig. Die deutsche Synchronstimme von Christian Bale ist ein kleiner Atmosphäre-Bonus, trotzdem bevorzuge ich die englische Synchro. Auch an der Übersetzung gibt es nichts zu meckern, höchstens dass bei den Riddler-Challenges einige englische Wortspiele auf deutsch nicht funktionieren.
Wie bei Bioshock findet man Tonbänder, die die Story und Charaktere noch weiter durchleuchten... diese kann man sich sowohl im sicheren Pausemodus als auch "nebenbei" anhören. Zusammen mit den "Character Bios" erhält man viele interessante Infos über die Bewohner und Superschurken von Gotham City... jetzt weiss ich z.B., dass Harley Quinn nicht mit Oliver Quinn (Green Arrow) verwandt ist.
Das Leveldesign finde ich ausgezeichnet, in denen die pfiffigen Bat-Gimmicks auch gut eingesetzt werden können. In Arkham Asylum gibt es viel "Backtracking", man besucht fast alle Orte mehrmals... da sich die örtlichen Gegebenheiten im Spielverlauf aber ständig ändern (plötzlicher Planzenwuchs, neue Gegner mit anderen Angriffsstrategien, usw.) und man wie bei Zelda mit neuen Gimmicks vorher unerreichbare Belohnungen einsacken kann, ist mir das nicht unangenehm aufgefallen. Die Mischung aus kämpfen, schleichen und rätseln ist sehr ausgewogen...wer eine dieser Komponenten nicht mag, wird allerdings Abstriche beim Spielspaß haben. Auch die häufigen Bosskämpfe sind gut verteilt und wirken nie deplatziert oder aufgesetzt. Am besten haben mir Killer Croc's Lair und die von Scarecrow initiierten Wahnvorstellungssequenzen gefallen.
Das Kampfsystem hat mir recht gut gefallen... wirkte es anfangs mit nur einer Angriffstaste etwas simpel, wird es in Kombination mit kontern, ausweichen, Cape umherwirbeln und dem Einsatz von Batarangs und Batclaw doch recht abwechslungsreich und strategisch, ohne zu komplizierte Tastenkombinationen abzuverlangen. Noch mehr Spaß hatte ich bei den Kämpfen mit bewaffneten Gegnern, bei denen man die Gegner mit diversen Stealth-Angriffen lautlos ausschalten sollte. Die Freeflow- und Predator-Challenges habe ich nach dem Abschluss der Hauptstory geradezu verschlungen.
Die Bedienung per 360-Gamepad funktioniert ausgezeichnet und die Tastenbelegung ist sehr durchdacht. Allenfalls für das Auslösen der Quick-Batarangs und der Quick-Batclaw während der Kämpfe sind die Trigger des Pads etwas schwammig. Auch mit Maus + Tastatur lässt sich das Spiel sehr gut steuern, allerdings muss man zum Umbelegen der Tastenfunktionen das Spiel komplett verlassen. Dass man weder für die Maus noch für das Gamepad die Sensibilität einstellen kann, ist eine echte Designschwäche: per Maus dreht man sich zu schnell, per Analogstick (für meinen Geschmack) etwas zu langsam.
Batman: Arkham Asylum
- Cohen
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Batman: Arkham Asylum
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