Immer weniger "klassische" Adventures?

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Cohen
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Re: Immer weniger "klassische" Adventures?

Beitrag von Cohen »

Uncoolman hat geschrieben: 21.06.2024, 22:27 Das war ein Beispiel dafür, wie frech inzwischen dieser Absolutheitsanspruch ist.

Ich sehe auch einen Absolutheitsanspruch deinerseits, dass für dich interessante Spiele gefälligt auf deine Sprachfähigkeiten zugeschneidert werden sollten... ansonsten haben Spiele, die diese Kriterien nicht erfüllen, keine Existenzberechtigung.

Ich würde mir für dich und viele andere wünschen, dass sämtliche für Euch interessanten Spiele mit Texten und Sprachausgabe in der Sprache Eurer Wahl und auf der Plattform Eurer Wahl erscheinen würden.

Aber vielleicht sollte man auch mal akzeptieren, dass man nicht der Nabel der Welt ist. Nicht jedes Spiel muss sämtliche existierenden Zielgruppen bedienen.
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Nitrosamin
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Re: Immer weniger "klassische" Adventures?

Beitrag von Nitrosamin »

Bitte, habt euch wieder lieb...
Die einen mögen kein Englisch, die anderen können kein Englisch und die Anderen spielen alle Sprachen.

Ich hatte das Glück, in meiner Schulzeit ein paar Tage in Kanada zu verbringen.
Dort habe ich sehr viel von der Sprache gelernt und bin dadurch auch sehr gut geworden. Schulnote 1+. Nur Mündlich.
Aber das ist über 40 Jahre her und ich hatte kein Bedarf, die Sprache zu sprechen.
Spreche ich mit einem englisch-sprachigem Menschen, werde ich nicht so gehetzt, wie im Spiel.
Ich kann überlegen, was wie und so.
Wenn ich heute ein Film im TV sehe, in Englisch, verstehe ich nicht mehr soviel. Und ständig auf die Synchronisation zu schauen, verdierbt mir den Genuss des Filmes. Genauso ist es mit den Games.
Wenn man die englische Sprache ausschalten kann und deutsche Untertitel hat, geht das ganze noch. Gibt es aber nix Deutsches und nur Englisch und sonstiges, hört es bei mir auch auf.
Bunt ist das Dasein und Granaten stark. :D

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Vainamoinen
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Re: Immer weniger "klassische" Adventures?

Beitrag von Vainamoinen »

Irgendwann Anfang des Jahres ging's in diesem Thread mal darum, warum es immer weniger klassische Adventures gäbe. Inzwischen geht's hier nur noch um die Frage, ob eine deutsche Synchro wirklich 'Pflicht' sei, aber vielleicht war genau diese Forderung ja schon in den ersten Post eingebacken.

KptJulzSparrow hat geschrieben: 20.01.2024, 14:58Die Entwicklung deratiger Adventures sollten ja um einiges einfacher und kostengünstiger sein, als ein COD, The Forest oder andere Kassenschlager, dennoch werden sie zu Release dennoch zu hohen Preisen verkauft... Das heißt die Wirtschaftlichkeit ist auf jeden Fall da und ich Denke das Zielpuplikum existiert auch in 2024 noch zu einer sehr hohen Zahl.

Du hast sicher Recht, dass das traditionelle P&C weiter viele Fans hat, besonders in Deutschland. Leider gehen die Faktoren für die Wirtschaftlichkeit weit über das vorhandene Zielpublikum hinaus.

Die Preise für Spiele sind nicht gestiegen, sie sind extrem gefallen.
Spiele werden oft bereits in der ersten Woche als Kaufanreiz reduziert. Irgendein Sale ist immer. Rabatte bis zu 95% weniger als ein Jahr nach Release sind keine Seltenheit. Dank Services wie "Early Access" werden Spiele oft bereits stark rabattiert, bevor sie überhaupt fertiggestellt werden. Dieses extreme Preisdumping haben wir maßgeblich Valve zu verdanken. Spieleentwickler, die überhaupt etwas absetzen wollen, können sich dagegen nicht sperren. Aber auch unser einstiger deutscher Adventure-Retter Daedalic hat massiv Preisdumping betrieben, als sie den einzigen völlig überflüssigen Teil der Deponia-Reihe zu Release auf der Cover-CD der Computer Bild verramscht haben.

Am Markt behaupten sich im Wesentlichen AAA-Hersteller.
Klar sticht ab und an mal eine Indie-Perle heraus. Aber selbst die ist oft nur dann lukrativ, wenn da höchstens zwei-drei Programmierer dran gewerkelt haben. Der Markt ist dominiert von Unternehmen mit hunderten oder sogar tausenden Mitarbeitern, einem Aufsichtsrat und Aktionären, die von der Idee ewigen Wachstums völlig besessen sind. Auch hier ist der Spieler irgendwo in der Schuld, denn bei den sauteuren AAA-Knallern mit ihren DLCs und Mikrotransaktionen kauft er auch den öden sechzehnten Teil einer Spielereihe noch an Tag eins, bei ohnehin günstigeren Indie-Spielen jedoch lässt er sich Zeit bis zu fetten Rabatten. So kommt es zur Monopolbildung, und das Monopol hat an der Nische einfach kein Interesse. Hätte Daedalic nicht versucht, so immens zu wachsen, wären sie nicht so fürchterlich auf die Fresse gefallen.

Die deutsche Synchro-Kultur ist im Arsch.
Adventure-Übersetzung ist fordernd für einen Übersetzer, und das Preisdumping aktuell ist atemberaubend. Meine Firma hat vor ein paar Jahren mal sehr kurzfristig versucht, in den Bereich Untertitelung von Serien (bei dem Dienstleister eines sehr großen Streamingservices) reinzukommen, du machst dir keinen Begriff, was da aktuell abgeht. Das geht wie bei den Lieferservices munter abwärts von Subunternehmer zu Subunternehmer zu Subunternehmer, bis du rechnerisch auf kein Zehntel des Mindestlohns mehr kommst. Und das war vor der exponentiellen Zunahme von Vollpfosten, die glauben, maschinelle Übersetzungen im Bereich erzählerischer Medien einsetzen zu können ("muss halt nochmal jemand drüberlesen"). Und der deutsche Konsument schluckt es eben wie die Fliegen in der Not. Nicht nur die zusammengeschluderte Übersetzung zu drei Cent pro Wort, nicht nur die maschinelle deutsche Übersetzung auf der GOG-Seite, sondern eben leider auch die beschissene Dialogregie und die ewiggleichen "Stimmen von Hollywood-Schauspieler XYZ". Diese Situation wird sich absehbar verschlimmern, weil Künstliche "Intelligenz" sich natürlich nicht nur Texte und Bilder aus dem Internet zusammenklauen kann, sondern eben auch Stimmen (und vieles andere mehr). Ob die ohnehin überalterte deutsche Standard-Sprecherriege in ein paar Jahren überhaupt noch Jobs hat, keine Ahnung. Wir haben Tausende hervorragend ausgebildete Sprecher und Schauspieler jeden Alters in Deutschland, die Glück haben, wenn sie auf ihrem Lebenslauf zwei Fucking Tatorte verbuchen können, ansonsten gehen sie halt Brötchen verkaufen.

Die Erwartungen der Spieler sind zu hoch und zu diffus.
Deutsche Synchro? Hat der Carsten Fichtelmann hier glaube ich vor 10 Jahren mal bei einem 08/15-Adventure auf 50.000 € beziffert, die Kosten dürften heute sogar noch erheblich höher liegen. Traditionelle, detaillierte, realitätsnahe Animation? Macht ja nicht mal mehr das Studio Ghibli, weil es viel zu teuer ist. Trotzdem haben wir Ron Gilbert zu Return to Monkey Island nicht weniger abverlangt. Also "wir", naja, ich tatsächlich nicht. Aber ich kriege auch ganz arrogant das Kotzen, wenn ich mir die 'Grafik' aktueller Indie-Adventures ansehe und denke: Ja, das könnte ich selbst um Klassen besser. Eine weitere Erwartung, die von den AAAs künstlich hochgezogen wurde, ist jene an die "Spielzeit". Es scheint echt, je näher ein Spieler dem Grab ist, nachdem er sich durch so ein repetitives 200-Stunden-Ding gequält hat, desto besser gefällt es ihm. Adventures sind da raus, da geht die absurde Euro-pro-Stunde-Rechnung einfach nicht auf.
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Joey
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Re: Immer weniger "klassische" Adventures?

Beitrag von Joey »

Vainamoinen hat geschrieben: 22.06.2024, 00:23 Die Preise für Spiele sind nicht gestiegen, sie sind extrem gefallen.
Dieses extreme Preisdumping haben wir maßgeblich Valve zu verdanken. Spieleentwickler, die überhaupt etwas absetzen wollen, können sich dagegen nicht sperren. Aber auch unser einstiger deutscher Adventure-Retter Daedalic hat massiv Preisdumping betrieben, als sie den einzigen völlig überflüssigen Teil der Deponia-Reihe zu Release auf der Cover-CD der Computer Bild verramscht haben.

Ich glaube aber, daß da auch der Handy-/Tablet-Wahn nicht ganz unschuldig daran ist.
Viele daddeln ja nur noch auf Smartphone oder Tablet. Aber wollen dafür nicht mehr als 10, allerhöchstens 20 Euronen bezahlen.
Um diese Zielgruppe zu erreichen, werden dort Spiele eben dafür auch zu diesen Preisen angeboten.
Und dann fragt man sich als PC-Spieler... Warum soll ich jetzt eigentlich für exakt das gleiche Spiel 30 oder gar mehr Euro bezahlen?
Geht mir zumindest so. Und dann warte ich eben entsprechend auf einen Sale. Läßt der etwas auf sich warten, frage ich mich dann wieder... nun ist das Spiel ja schon älter. Soll ich jetzt echt noch das bezahlen, was andere bei Release bezahlen mußten?
Also warte ich, bis das Spiel eben für ein paar wenige Euronen zu haben ist.
Ausnahme natürlich stets Spiele, die ich unbedingt gleich haben will, weil sie für mich einfach so klingen, als würden sie mir sehr, sehr gefallen (kam letztlich leider immer seltener vor) oder weil sie von einem Entwickler sind, mit dem ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht habe.
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Paragon
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Re: Immer weniger "klassische" Adventures?

Beitrag von Paragon »

Cohen hat geschrieben: 21.06.2024, 23:06 Aber vielleicht sollte man auch mal akzeptieren, dass man nicht der Nabel der Welt ist. Nicht jedes Spiel muss sämtliche existierenden Zielgruppen bedienen.
Natürlich hast du da recht aber ausgerechnet bei Adventures denke ich immer noch naiv das gerade Deutschland noch so einen großen Faible dafür hat, zumindest im Gegensatz zu vielen anderen Ländern (oder Tim Schaefer hat mir halt nur sehr geschmeichelt) Wo sind denn die alten Lizenzen? Larry ist bei einer Deutschen Firma, Simon the Sorcerer war da auch gelandet, ich bilde mir zumindest ein wenn jemand Adventures verkaufen will sollte da deutsch im Blickfeld sein.

Aber hey, vielleicht ist das auch nur ein rosarotes Point and Click Weltbild meinerseits, ich spiele zumindest alles was deutsche UNTERTITEL hat, aber bei englishen texten setze ich auch immer aus.
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Emília Fritz
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Re: Immer weniger "klassische" Adventures?

Beitrag von Emília Fritz »

Richtig kritisch wird es, wenn es Sprachrätsel gibt. Z. B. "The 7th guest": Das Mikroskop-Rätsel (There is no possible way) sollte jeder schaffen. Aber später muss man bereits im Englischen ungewöhnliche Orte zusammenpuzzeln. Dann hört es auf.
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JohnLemon
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Re: Immer weniger "klassische" Adventures?

Beitrag von JohnLemon »

Emília Fritz hat geschrieben: 22.06.2024, 12:51 Richtig kritisch wird es, wenn es Sprachrätsel gibt. Z. B. "The 7th guest"

'Neuerdings' (i.e. seit fünf Jahren) gibt es das Spiel auch voll lokalisiert auf Deutsch.. :wink:
Nur weil etwas Fakt ist, muss es ja nicht stimmen. (Christoph Sieber)
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Emília Fritz
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Re: Immer weniger "klassische" Adventures?

Beitrag von Emília Fritz »

JohnLemon hat geschrieben: 22.06.2024, 14:21
Emília Fritz hat geschrieben: 22.06.2024, 12:51 Richtig kritisch wird es, wenn es Sprachrätsel gibt. Z. B. "The 7th guest"

'Neuerdings' (i.e. seit fünf Jahren) gibt es das Spiel auch auf Deutsch.. :wink:
Die Sprachrätsel sind nach wie vor auf Englisch. Da kommt sogar die Frage, ob man das Rätsel überspringen möchte, da sie nicht auf Deutsch basieren.
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Vainamoinen
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Re: Immer weniger "klassische" Adventures?

Beitrag von Vainamoinen »

Joey hat geschrieben: 22.06.2024, 00:50Ich glaube aber, daß da auch der Handy-/Tablet-Wahn nicht ganz unschuldig daran ist.

Mit den Smartphones und den Tablets ist ja nichts grundsätzlich verkehrt. Gerade Grafikadventures sind auf dem Tablet eine feine Sache. Preisvorstellungen prägt der Hersteller des mobilen Endgeräts. Und wenn zum Beispiel Apple jedes Jahr neue, völlig abgehobene Mondpreise für seine langweiligen Luxusprodukte festlegt, dann aber möchte, dass die Geschäftskunden ihre Programme für Peanuts anbieten, kommt mir schon die Galle hoch.
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Uncoolman
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Re: Immer weniger "klassische" Adventures?

Beitrag von Uncoolman »

Ich bin ja nun auf Discord auch gezwungenermaßen auf Englisch unterwegs. Da lässt sich das aushalten, weil mein DeepL-Tab gleich daneben liegt und ich ALLES hin- und herübersetze, ohne zu fragen, ob es stimmt. Sollen die Englischsprecher doch damit klarkommen...

Bei einem Adventure-Spiel fehlt mir dann aber die Immersion. Das ist für mich Eintauchen in eine fremde Welt, jedenfalls bei den Myst-ähnlichen Spielen. Auch „Annas Quest“ spielte ich ohne Ton, weil ich ja eh lesen muss - aber ich habe es auch nie beendet. Es war einfach nervig. Ein neues Spiel dieser Art hole ich mir dann nicht mehr.

Wenn es am Genre liegt, dass sich Adventures nicht mehr verkaufen, so glaube ich das gerne. Warum die Leute nur Autorennen, Zombietöten und Fußball auf dem PS spielen wollen, ist mir ein Rätsel, aber so scheint eben die Zeit zu sein. Für mich ist aber ein Adventure-Spiel, dass ich mit Untertitel spielen muss, eben keine 39,90 Euro mehr wert. Das heißt, ich trage mit dazu bei, dass sich keine Adventures mehr verkaufen (obwohl mein Konsum-Beitrag auf Gog eh nur 100 Euro sein mögen). Es ist also ein Teufelskreis. Das neue Riven, dass so hochgelobt wird, läuft nun auch nur auf Englisch. Gut, da wird nicht WAHNSINNIG viel geredet, aber ich überlege tatsächlich, ob ich es mir kaufe - oder eben doch nicht. Jedenfalls nicht zum Vollpreis (siehe oben).

Alle vorherigen Myst-Spiele hatte ich mir regulär zum Vollpreis geholt. Da war ich noch ein braver Konsument, der die Firmen unterstützte.

Ich weiß nicht, ob Deutschland einen so großen Anteil am Adventure-Markt hat (wie manchmal behauptet). Deutschland hat aber eben diese Synchro-Kultur (bis jetzt empfand ich alle Filme noch ok synchronisiert und nicht etwa schludrig) und das könnte eben diesen Einfluss auf sinkende Verkaufszahlen haben.
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Cohen
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Re: Immer weniger "klassische" Adventures?

Beitrag von Cohen »

Vainamoinen hat geschrieben: 22.06.2024, 00:23 Dieses extreme Preisdumping haben wir maßgeblich Valve zu verdanken. Spieleentwickler, die überhaupt etwas absetzen wollen, können sich dagegen nicht sperren. Aber auch unser einstiger deutscher Adventure-Retter Daedalic hat massiv Preisdumping betrieben, als sie den einzigen völlig überflüssigen Teil der Deponia-Reihe zu Release auf der Cover-CD der Computer Bild verramscht haben.

Valve hat gibt die Preise auf Steam nicht vor. Den Schuh müssen sich die Rechteinhaber der Spiele (also Publisher oder Entwickler) schon selbst anziehen, die (angesichts des Überangebots von Konkurrenzspielen) für den kurzfristigen Umsatz mit hohen Rabatten eine Abwärtsspirale ausgelöst haben.
Vainamoinen hat geschrieben: 22.06.2024, 20:11 Mit den Smartphones und den Tablets ist ja nichts grundsätzlich verkehrt. Gerade Grafikadventures sind auf dem Tablet eine feine Sache. Preisvorstellungen prägt der Hersteller des mobilen Endgeräts. Und wenn zum Beispiel Apple jedes Jahr neue, völlig abgehobene Mondpreise für seine langweiligen Luxusprodukte festlegt, dann aber möchte, dass die Geschäftskunden ihre Programme für Peanuts anbieten, kommt mir schon die Galle hoch.

Auch Apple stellt nur die Plattform bereit und verlangt nicht von den Rechteinhabern der Spiele, diese für Peanuts anzubieten. Warum sollten sie auch? 30% Provision eines höheren Kaufpreis sind mehr als 30% Provision eines niedrigen Kaufpreises. Auch hier haben die Rechteinhaber der Spiele die Rabatte/Preise selbst so festgelegt, wie sie sind... natürlich auch hier unter dem Druck des Überangebots an spottgünstigen Konkurrenzspielen..

Aber seit der Popularität der Nintendo Switch hat sich das Thema Adventure-Neuerscheinungen auf Tabets und Smartphone eh fast erledigt. Wenn überhaupt erscheinen die iOS- und Android-Versionen stark verzögert, nachdem die PC- und Switch-Kunden abgegrast sind.

Was das Problem allerdings mehr und mehr auf die Switch verlagert hat... auch im eShop werden immer häufiger Adventures mit 75% - 90% Rabatt für den kurzfristigen Umsatz verschleudert... und auch hier müssen sich die Rechteinhaber der Spiele den Schuh anziehen.
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Sternchen
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Re: Immer weniger "klassische" Adventures?

Beitrag von Sternchen »

20-30€ ist mehr als genug Geld zum zahlen für ein PC Spiel. Sry was erwarten sich hier einige, wenn Sie über angebliches Preisdumpimg schimpfen? 70€ pro Spiel, Ernsthaft?!
Fand schon die Resident Evil Reihe Überteuert und da blieb der Preis fast immer gleich.
Hersteller unterstützen ja. Aber jedem mit 40-50€ zu unterstützen wäre teuer, und Wucher.
Vorallendingen bin nicht bereit 40€ oder mehr hin zulegen für eine rein virtuelle Spiele Version. Früher gab's zb bei Media Markt noch Adventures, mit Box, Handbuch,goodies wie Riechkarte für Larry 6. Extra Hintergründe, Drehscheibe bei Monkey Island. Runenwürfel bei the whispered World. Ich bin froh das es Spiele auch im 10€ Bereich gibt, weil sry nicht jeder ist Mittelverdiener oder reich.
Zumal selber Preis für Smartphones ist dreist,wie für PC Versionen. Bei der Tiny Auflösung?
Ich schließe mich Cohen großteils an. Man ist nicht der Mittelpunkt, und sollte froh sein das es Adventures immer noch gibt, und mehrere Sprachen sind ein Plus, aber kein Muss. Ob Englisch oder Deutsch, ein Spiel lebt von seiner Atmosphäre, da macht Stimme von den Charakteren viel aus. Bis auf die Sprachbarrieren, entzieht es sich sry meinem Verständnis.
Habe grade oft in Original Sprache bevorzugt gespielt um den eigentlichen Originalen Grundcharakters, eines Charaktere zu erleben,der grade in Englisch stärker durch kommt als auf Deutsch, je nach
Charakter. Nicht umsonst wird Deutsch sehr heftig bei Synchronisationen kritisiert.
Es gibt natürlich Fälle wo Charaktere gleich gut klingen egal ob in welcher Sprache, aber allein für bestimmte Akzente, insiderjokes die sich verlieren in Übersetzungen, lohnt es sich finde ich auf Englisch zu zocken.
Ich verstehe aber Uncoolman und Paragorn. Deutsch soll in Adventures nicht aussterben, hoffentlich kommen also neue Spiele auf Deutsch ebenso. Frage es werden doch noch lmmer Adventures auf Deutsch ebenso produziert? Oder irre ich?
Sry wegen Tippfehlern, wenn welche da sind. Es ist noch früh.😅
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gerne behalten.


Menschen und Dinge verlangen verschiedene Perspektiven. Es gibt manche, die man aus der Nähe sehen muß, um sie richtig zu beurteilen, und andere, die man nie richtiger beurteilt, als wenn man sie aus der Ferne sieht.

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Paragon
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Re: Immer weniger "klassische" Adventures?

Beitrag von Paragon »

Uncoolman hat geschrieben: 22.06.2024, 23:46 Bei einem Adventure-Spiel fehlt mir dann aber die Immersion. Das ist für mich Eintauchen in eine fremde Welt, jedenfalls bei den Myst-ähnlichen Spielen. Auch „Annas Quest“ spielte ich ohne Ton, weil ich ja eh lesen muss - aber ich habe es auch nie beendet. Es war einfach nervig. Ein neues Spiel dieser Art hole ich mir dann nicht mehr.
Ja so geht es mir zumindest auch wenn nichtmal deutsche Untertitel geboten werden, da ist mir z:b. immer bei Wadjet Eye Games negativ in Erinnerung geblieben. Ist Unavowed ein gutes Spiel? Klar, aber ich genieße es eben auch nur zu "80%" weil das geistige Übersetzen mich auch immer kurzzeitig rausreißt.

Emília Fritz hat geschrieben: 22.06.2024, 12:51 Richtig kritisch wird es, wenn es Sprachrätsel gibt. Z. B. "The 7th guest": Das Mikroskop-Rätsel (There is no possible way) sollte jeder schaffen. Aber später muss man bereits im Englischen ungewöhnliche Orte zusammenpuzzeln. Dann hört es auf.
Ja gut das ist manchmal halt mit Wortspielen und ähnlichem ein Problem das man nicht so einfach lösen kann. Stichwort "Monkey Wrench" oder "Red Hering". Auch die ganzen Kings Quest Spiele haben eine menge Sprachbarrieren, aber das ist halt dem alter Geschuldet
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Sternchen
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Re: Immer weniger "klassische" Adventures?

Beitrag von Sternchen »

Paragon hat geschrieben: 23.06.2024, 14:48
Uncoolman hat geschrieben: 22.06.2024, 23:46 Bei einem Adventure-Spiel fehlt mir dann aber die Immersion. Das ist für mich Eintauchen in eine fremde Welt, jedenfalls bei den Myst-ähnlichen Spielen. Auch „Annas Quest“ spielte ich ohne Ton, weil ich ja eh lesen muss - aber ich habe es auch nie beendet. Es war einfach nervig. Ein neues Spiel dieser Art hole ich mir dann nicht mehr.
Ja so geht es mir zumindest auch wenn nichtmal deutsche Untertitel geboten werden, da ist mir z:b. immer bei Wadjet Eye Games negativ in Erinnerung geblieben. Ist Unavowed ein gutes Spiel? Klar, aber ich genieße es eben auch nur zu "80%" weil das geistige Übersetzen mich auch immer kurzzeitig rausreißt.

Emília Fritz hat geschrieben: 22.06.2024, 12:51 Richtig kritisch wird es, wenn es Sprachrätsel gibt. Z. B. "The 7th guest": Das Mikroskop-Rätsel (There is no possible way) sollte jeder schaffen. Aber später muss man bereits im Englischen ungewöhnliche Orte zusammenpuzzeln. Dann hört es auf.
Ja gut das ist manchmal halt mit Wortspielen und ähnlichem ein Problem das man nicht so einfach lösen kann. Stichwort "Monkey Wrench" oder "Red Hering". Auch die ganzen Kings Quest Spiele haben eine menge Sprachbarrieren, aber das ist halt dem alter Geschuldet
Alter? Kings Quest wurde nicht ausschließlich für Erwachsene gemacht.


https://usk.de/usktitle/39641/

Freigegeben ab 6 Jahren.

Kings Quest 1 ab 12 Jahren freigegeben:
https://www.gamersglobal.de/spiel/39909 ... -the-crown
Also können nicht nur Erwachsene, diese Spiele spielen.
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gerne behalten.


Menschen und Dinge verlangen verschiedene Perspektiven. Es gibt manche, die man aus der Nähe sehen muß, um sie richtig zu beurteilen, und andere, die man nie richtiger beurteilt, als wenn man sie aus der Ferne sieht.

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Re: Immer weniger "klassische" Adventures?

Beitrag von Gerrit »

Sternchen hat geschrieben: 24.06.2024, 00:31
Paragon hat geschrieben: 23.06.2024, 14:48
Uncoolman hat geschrieben: 22.06.2024, 23:46 Bei einem Adventure-Spiel fehlt mir dann aber die Immersion. Das ist für mich Eintauchen in eine fremde Welt, jedenfalls bei den Myst-ähnlichen Spielen. Auch „Annas Quest“ spielte ich ohne Ton, weil ich ja eh lesen muss - aber ich habe es auch nie beendet. Es war einfach nervig. Ein neues Spiel dieser Art hole ich mir dann nicht mehr.
Ja so geht es mir zumindest auch wenn nichtmal deutsche Untertitel geboten werden, da ist mir z:b. immer bei Wadjet Eye Games negativ in Erinnerung geblieben. Ist Unavowed ein gutes Spiel? Klar, aber ich genieße es eben auch nur zu "80%" weil das geistige Übersetzen mich auch immer kurzzeitig rausreißt.

Emília Fritz hat geschrieben: 22.06.2024, 12:51 Richtig kritisch wird es, wenn es Sprachrätsel gibt. Z. B. "The 7th guest": Das Mikroskop-Rätsel (There is no possible way) sollte jeder schaffen. Aber später muss man bereits im Englischen ungewöhnliche Orte zusammenpuzzeln. Dann hört es auf.
Ja gut das ist manchmal halt mit Wortspielen und ähnlichem ein Problem das man nicht so einfach lösen kann. Stichwort "Monkey Wrench" oder "Red Hering". Auch die ganzen Kings Quest Spiele haben eine menge Sprachbarrieren, aber das ist halt dem alter Geschuldet
Alter? Kings Quest wurde nicht ausschließlich für Erwachsene gemacht.


https://usk.de/usktitle/39641/

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Kings Quest 1 ab 12 Jahren freigegeben:
https://www.gamersglobal.de/spiel/39909 ... -the-crown
Also können nicht nur Erwachsene, diese Spiele spielen.
Ich glaube mit Alter ist gemeint dass das Game schon sehr alt ist, KInjs Quest 1 erschien 1984
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