Wie ich schon schrieb, ich halte die Leiterin dort für eine große Ausnahme, die meisten Kinder werden da durchschleift und sammeln sich dann an den Spielplätzen.Kikimora hat geschrieben: ↑23.03.2025, 14:43 Filme auf YouTube und dergleichen sind halt nicht das selbe wie das reale Erlebnis. Umso mehr in einer Zeit wie dieser, wo mittels AI soviel gefaked wird, dass Kinder bald gar nicht mehr wissen, wie ein echtes Schwein überhaupt aussieht.
Also grundsätzlich befürworte ich den visuellen oder sogar haptischen Kontakt zu echten, lebendigen Tieren zu Bildungszwecken. Wenn es auch für die Tiere erträglich ist. Das kann eben auch zu mehr Respekt für Tiere als lebendige empfindsame Wesen führen.
Durch das Ponyreiten lernen sie allerhöchstens, dass Tiere ihnen zu dienen haben. Und vom Park, dass es in Ordnung ist, Tiere einzusperren.
Wer geht, wie ich in den Park, und deckt sich anschließend mit Büchern über eine Tierart ein?
Die Fischotter: Die beiden Jungs waren ja putzig, aber wirklich etwas über Fischotter gelernt habe ich nur über Dokus. Außer Verfolgsjagden, Schwimmen und Tauchen war da nichts zu sehen.
Da lernt keiner was. Die Besucher gingen bei den Wildschweinen vorbei, dachten sich „Was für hässliche Viecher!“ und waren wieder weg. Da niemand Grunzisch gelernt, oder dass die dreijährigen Bachen auf die einjährigen Schwestern aufpassen müssen. Was eine harte Lektion in Sachen Demut ist, wo man läuft, steht und liegt, bestimmt die kleine Schwester und die große muss hinterherlaufen.
Da lernt niemand was Rangordnungen.
Als Nadu und Ersatzmama sich von den Besuchern mit Tierparkfutter verwöhnen ließen, hat eine Mutter Nadu zum Keiler gemacht. Obwohl sie zwangsläufig keine Keilermerkmale wie Waffen oder Keilerbuckel hatte. Ersatzmama war grau, Nadu schwarz und das reichte aus, um dem Kind zu erklären, dass sie ein Keiler ist.
Das Luchsgehege: Unbedarfte lernen, dass Luchse Rudeltiere sind, dabei sind sie Einzelgänger.
Außerdem bleibt immer noch das ethische Problem, dass Tiere, die „zu viel sind“ getötet werden müssen.
Und irgendwann hast du mal mitbekommen, dass Wellensittiche in Australien aus Schwärmen gefangen, in Käfige gesetzt und in aller Welt verkauft werden. Und dich entschieden, dass Liebe in dem Fall auch Verzicht bedeuten kann. Das nennt man Reife.Kikimora hat geschrieben: ↑23.03.2025, 14:43
Ich habe selbst als Teenager Wellensittiche gehalten, aber ganz ehrlich: meine Motivation dabei war sicher nicht in erster Linie „sie zu beschützen“. Ich liebe einfach Wellensittiche und wollte die liebenswerten Kerlchen um mich haben.
Kommt für mich heute nicht mehr in Frage. Ich verachte aber Wellensittichhalter nicht, welche bessere Möglichkeiten und mehr Raum für die Vögel haben, als wir damals in den 90ern.
Ja, Tierparks und selbst Haltung von Vögeln in großen Freiflugvolieren ist „besser“, aber nicht so gut als könnte das Tier in Freiheit ganz nach seiner Natur leben. Aber es ist ein Gradient. Die Tiere können in Gefangenschaft Jahrzehnte alt werden, wenn alles dafür getan wird, dass sie gesund sind und sich so wohl wie möglich fühlen. Sie führen dann aber eben ein ganz anderes Leben als es hätte sein kennen, wären sie in Freiheit geschlüpft.
Also genau das Gegenteil von Tiere begaffen und Ponyreiten.